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Startseite > Logbuch > 06.07.2015 - Für diese Banner würde ich sterben!
Tag 3, die erste Person, Doreen scheidet aus, sie ist zu erschöpft. Der Bewuchs wir immer weniger, Kakteenartige Pflanzen tauchen auf. Wir verlassen die alpine Moorlandschaft und begeben uns in alpine Wüstenlandschaft auf dem Weg zum Base Camp, der Kibo Hut, auf 4720m Höhe, wo scheinbar gar nichts mehr wächst. Während wir uns unter grössten Anstrengungen den Berg hinaufschleppen, laufen die Porter mit riesigem Gepäck an uns vorbei. Die Guides sind entspannt und ermuntern uns “sip sip” – Wasser zu trinken, “G2G?” (Good to go?) weiter zu gehen. Bei Ankunft Kibo Hut das grosse Erbrechen. Kathy schafft es noch aus der Hütte, Selemani erbricht ins Dorm, Racheal auf dem Weg, John erbricht während des Abendessens neben den Tisch, andere folgen…

Für diese Banner würde ich sterben!

Tag 4, 23:00 Uhr Frühstück, kein Appetit. Selemani und John steigen aus, sind zu krank für den Aufstieg. 24:00 Uhr Sammeln im Dunkeln, eine Schlange von Stirnlampen, zick zack den Berg hinauf. Kälte, Übermüdung, eine nie enden wollende Wand, umfallende Leute, Erbrechen. Pole Pole wird zu Moja ka Moja (eins zu eins), ein Schritt, ein Atemzug, alles wird schwer, unerträglich. Das Sichtfeld eingeschränkt auf die Füße der Person vor dir. Einschlafen am Gehstock, Angst davor. Ankunft Gilman’s Point 5685m Höhe, Racheal fällt aus, wird den Berg runter getragen. Die Gruppe ist arg zergliedert, das Gehirn funktioniert anders, Konzentration läßt nach, Überleben, Durchhalten, Abschalten. Der Guide sagt Uhuru Peak, unser Ziel, ist um die Ecke, nur noch eine Stunde weiter, das hat er vor zwei Stunden schonmal gesagt. Massive riesige Gletscherformationen tauchen auf, der Mond steht über dem Gipfel, die Sonne geht auf über Afrika, auf der anderen Seite, über dem Wolkenmeer. Das Gefühl “high” zu sein. 07:30 Uhr, 5895m Höhe, unter unmenschlicher Anstrengung Ankunft am Gipfel, Chaos, improvisierte Aktion mit T-Shirts, dann unerwartete Ankunft der Banner mit Daniel, der vom Guide aufgefordert wurde, umzukehren, da er zu krank erschien. “Willst du dein Leben riskieren für diese Banner” “Ja, wenn es sein muss, würde ich für diese Banner sterben!”, seine Antwort. Improvisation mit verschiedenen Kameras, da unsere Kamera-Leute es noch nicht bis zum Gipfel geschafft haben. Ein Guide sagt “Keiner kommt mehr, keine Zeit hier zu bleiben”. Die Guides treiben uns an zu gehen “zu gefährlich hier oben” – extreme Kälte, beim Fotographieren friert der Finger ein. Auf zum Abstieg, begegne Jonathan und Kathy, Kathy fertig, Jonathan geht den Berg rauf, hat die gute Kamera dabei. Foto-Impro mit den Verbliebenen, der Rest der Gruppe tröpfelt peu á peu den Berg rauf. Alle fertig, Tortur, den Berg runter, Abstieg wie in einer Halluzination, von 17 ursprünglichen Kletterern haben es 12 bis zum Gipfel geschafft. Von 36 Portern sind 12 krank, 2 im Krankenhaus. Von 8 Guides sind 6 bis zum Gipfel mit gekommen, einer hat Doreen herunterbegleitet, ein anderer Racheal. Ein ewig erscheinender Abstieg, Kathy wird von zwei Guides gestützt und erbricht immer wieder. Wir surfen den Berg herunter, dort wo Geröll liegt. Ankunft Hütte, Base Camp, alle ausgezerrt, gefoltert. Alle wollen ruhen, aber wir müssen runter nach kurzer Pause. Zu bleiben wäre zu gefährlich, wegen der Höhe. Zu den 10-12 Stunden kommen nochmal 4 Stunden Fußmarsch bis zur Horombo Hut.

Mit dem Abstieg werden die Erinnerungen bereits besser…

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