Ujuzi.de – Expedition & Documentary

DE | EN
Startseite > Logbuch > 08.05.2013 - Ugandas Palmöl
Die Regierung und die Ministerien, die wir aufgesucht und eine Stellungsnahme erbeten haben, bestreiten diesen Vorgang vehement und bleiben bei ihrer Version, dass nur unkultiviertes Land an Bidco übergeben wurde. Eine erstaunliche Aussage, wenn man das offizielle Schreiben betrachtet, das John nachträglich erhalten hat. In diesem wird er aufgefordert, sämtliches von ihm bewirtschaftete Land zu räumen.

Andere Farmer, die Land besessen haben, wurden teilweise im Vorfeld gefragt, ob sie bereit sein, Ölpalmen auf ihrem Land anzubauen. Doch selbst einem Farmer, der an dem Projekt teilnehmen wollte, wurde das Land genommen, eine grosse Plantage von Bidco ersetzt nun den einstmals ertragsreichen Garten.

Das Ölpalm-Projekt wurde von der Weltbank finanziell unterstützt, um dem armen Bevölkerungsteil der Insel, der zuvor vom Fischfang gelebt hat, eine nachhaltige Einkommensmöglichkeit zu schaffen. Doch vorrangig scheinen nach Aussage einer Farmerin insbesondere einflussreiche Menschen und Politiker von dem Projekt zu profitieren, da sie weitaus besser informiert waren. Kurz nach Bekanntgabe des Projektes haben diese versucht, schnellstmöglich große Landteile billig von der lokalen Bevölkerung aufzukaufen um diese dann teilweise anschließend gewinnbringend wieder zu verkaufen, oder selbst mit Palmöl zu bepflanzen. So sind die großen Palmölflächen von 50-60 acres nun oftmals in Händen der reichen Leute aus der Stadt. Die wirklich arme Bevölkerung, die angeblich am meisten vom Projekt profitieren soll, verbleibt mit Kleinflächen von 5-10 acres, die kaum Gewinn abwerfen.

Da Bidco bis heute lediglich 6.500ha Land bewirtschaftet, sie aber ein Anrecht auf 26.500ha haben, laufen derzeit Vorbereitungen, Palmenöl auch auf vier anderen Inseln in Uganda anzupflanzen. Einerseits auf drei Nachbarinseln von Bugula, anderseits auf Buvuma, einer relativ großen Insel nördlich von Jinja.

Auf Buvuma hat sich, wahrscheinlich bedingt durch die isolierte Lage, ein Ökosystem und Lebensstil konserviert, wie er wohl landestypisch vor 20 bis 30 Jahren war. Ein Großteil der Insel erscheint als Mischform aus bewaldeten Gebieten und kleinbäuerlich genutzten Flächen. Über das gesamte Gebiet erstrecken sich kleine Stein- und Lehmhäuser, es gibt wenige dörfliche Ansiedlungen. Außerdem ist bemerkenswert, dass es nahezu keine Lebensmittel am Wegesrand zu kaufen gibt. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass jede Familie für sich alles anbauen kann, was sie zum Leben braucht. Darüber hinaus gibt es aber auch keine Stromleitungen oder andere Dienstleistungen; sowohl die örtlichen Schulen als auch die Krankenstation wecken von außen einen unterfinanzierten Eindruck.

Seite: 1 2 3 4 5 6