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Juli

02.07.2011 02.07.2011 Abfahrt ohne Ankunft

Nach nicht allzu großen Überredungskünsten meinerseits erklärt sich Jonathan bereit mich am heutigen Tag mit der Lady nach Kaplomboi zu begleiten. Wir verlassen Naivasha am Morgen um die Querfeldeinstrecke über Narok nach Sotik zu nehmen. Diese sind wir im letzten Jahr bereits gefahren und wurden hier zum ersten Mal „zum stehen gebracht“. Durch den damals einsetzenden Regen verwandelte sich die Piste in Schmierseife, trotz Allrad und Sperren ging nichts mehr. Regen befürchten wir für heute nicht, also machen wir uns frohen Mutes auf den Weg. Kurz nach Abfahrt auf schlechter Straße zwei junge Männer die sich an die Gurgel gehen. Ein LKW daneben mit weiteren zwei Männern die zuschauen. Wir hupen und schreien aus dem Fenster „Stop killing each other!“ Die Mann der den anderen im Schwitzkasten hat lässt los und ruft irgendetwas unverständliches, der gewürgte kommt auf uns zu gerannt. Ich gebe Jonathan zu verstehen weiterzufahren, nicht stehen zu bleiben, habe schon die schweißgebadeten Hände des Mannes auf meinem Oberarm, schiebe ihn weg, schließe das Fenster. Es ist ja so, dass wir diesmal nicht so weite Strecken fahren. Irgendwas um die 1700km haben wir in zwei Monaten auf die Uhr bekommen. Die meiste Zeit stehen wir rum und gehen anderen Projekten nach. Über schlechten Sprit habe ich mich ja auch schon ausgelassen. Ich sag nur soviel: Ich tank hier nur noch bei Total. Und zur Not bei Shell. Die anderen Buden können mich mal. Jedenfalls waren wir mit so einem Sprit-Gemisch (1/3 dubiose Bude, 2/3 Total) unterwegs und auf den Weg zu einem alten Projekt von Kathy. Natürlich suchen wir uns dafür die landschaftlich attraktivere Strecke ohne Asphaltoberfläche aus. Sind dadurch gut 300 Offroad-Kilometer. Die Bordstrombatterie war auch gut ausgelutscht, weil wir diese 3 Tage lang exzessiv mit unseren Rechnern genutzt hatten.

Die Fahrt fing ganz fröhlich an, bis auf einen Umweg von ca. 30km, da wir eine Abfahrt verpasst hatten. Aber insgesamt freu ich mich über den guten Sprit, den wir an dem Tag frisch getankt hatten. Denn das Klingeln vom Motor, das wir aufgrund des Treibstoffs der anscheinend weniger seriösen Tankstelle davor hatten, war größtenteils verschwunden. Wir fahren durch diese herrliche Landschaft, mal normales, mal tiefes Gelege, je nach Hügelverhältnissen. Zum Glück hatte es nicht geregnet, der Weg war betonhart, aber sehr buckelig. So, wie wenn man bei Windstärke 5 mit einem Schlauchboot auf die Idee kommt, die Kieler Förde zu verlassen. Es war also alles bei uns bestens durchgeschaukelt bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h.

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